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Anwaltstradition in Baden

        

Die Kanzlei sieht sich der Tradition der badischen Anwälte seit 1848 verbunden. Bereits ein Vorfahr des Kanzleiinhabers, d.h. der Mannheimer Rechtsanwalt Friedrich Hecker war zur Zeit der Badischen Revolution 1848 konsequent bereit, sich nachhaltig und mit aller Kraft für die Rechte der Bürger in streitbarer Weise einzusetzen.

Auch wenn aus Berlin keine preussischen Truppen mehr nach Baden entsandt werden, um die Freiheitsrechte der Bürger zu unterdrücken, so sind die immer schneller verabschiedeten Bundesgesetze in vielen Fällen dem liberalen Bürgertum und der selbstverantwortlichen, mittelständischen Wirtschaft nicht gerade freundlich gesinnt. Der sog. Staatsanteil und die Steuerlast für Bürger und Unternehmen wächst unaufhörlich.

Als Organ der Rechtspflege vertritt der Anwalt die vielfältigen Interessen der Bürger sowohl untereinander als auch gerade dem Staat gegenüber.

Ausflug in die badische Geschichte:

Rechtsanwalt Friedrich Hecker ( geboren 28.September 1811 in Eichterheim Kraichgau ; gestroben 24.März 1881 in Summerfield bei Belleville/ Illinois) war ein deutscher Rechtsanwalt und revolutionärer Politiker in Mannheim. Advokat Hecker war einer der populärsten Redner und Agitatoren der Märzrevolution 1848 in Nordbaden sowie einer der markantesten Anführer während der Badischen Revolution. 

Nach der durch die preussischen Truppen niedergeschlagene Demokratiebewegung emigrierte er in die USA, wo er ein Farmanwesen betrieb und als Revolutionsveteran („Fourty Eighter“) im Sezessionskrieg kämpfte. Im nachrevolutionären Deutschland entstand um Hecker ein politischer Mythos, der bis heute fortwirkt.

 

Hecker wuchs in einem patriotisch und bürgerlich-liberal gesinnten Elternhaus auf und besuchte die Volksschule in Eichtersheim. Sein Vater Josef Hecker war Hofrat bei den Freiherren von Venningen. In Mannheim ging er 1820–1830 auf das Großherzogliche Lyceum, ein überkonfessionelles, neuhumanistisches Gymnasium. Hecker studierte von 1830–34 Jura an der Universität Heidelberg und für ein Semester auch an der Universität München. Er war aktiv in den Heidelberger Corps Rhenania, Hassia und Palatia und nahm vermutlich 1832 am Hambacher Fest teil. Nach seinem Abschluss mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen 1834 promovierte er kurz darauf zum Doctor juris. Sein zweijähriges Rechtspraktikum absolvierte er am Landamt Karlsruhe. 1838 erhielt Hecker eine Stelle als Advokat und Prokurator in Mannheim, am Oberhofgericht und Hofgericht des Unterrheinkreises.

 

1838 lernte Hecker Gustav von Struve kennen, einen Amtskollegen am Oberhofgericht. Unter dessen Einfluss wurde aus Hecker ein überzeugter Demokrat und entschiedener Republikaner. Mit kleinen Ämtern begann die politische Laufbahn des Advokaten: 1840 wurde er in den Gemeinderat von Mannheim gewählt. Er galt als ausgezeichneter Redner und angenehmer Charakter. 1842 wird er zum Abgeordneten der Zweiten Badischen Kammer in Karlsruhe gewählt. Als guter Redner stieg Hecker schnell zum Wortführer der liberalen und demokratischen Opposition auf und wurde in dieser Rolle überregional bekannt. Hecker propagierte für die damalige Zeit radikale demokratische Ideen: Die Unterstützung der Unterprivilegierten, Abschaffung der Monarchie, Einführung einer parlamentarischen Republik. 1847 setzte er sich bei der Offenburger Versammlung für eine deutsche Republik ein. Die Februarrevolution 1848 in Frankreich schürte politische Hoffnungen bei Hecker und seinen Parteifreunden. Er stellte sich auf die Seite der demokratisch gesinnten Bürger, die am 12. März 1848 ihre Petitionen beim Karlsruher Landtag einreichen wollten. Die Zweite Offenburger Volksversammlung am 19. März 1848 war für Hecker ein Erfolg. Die Versammlung verabschiedete ein demokratisches Programm. Auch am Frankfurter Vorparlament (31. März bis 3. April 1848) nahm Hecker Teil.

 

Die Badische Revolution, die er unterstütze, wurde jedoch durch den gewaltsamen Einmarsch preußischer Truppen in Baden am 23. Juli 1849 niedergeschlagen. Hecker war nach diesem Rückschlag für die Demokratie nach Basel geflohen und beschloss in die USA zu emigrieren. Tausende sollen ihn in Straßburg verabschiedet haben. Von Le Havre aus setzten Hecker und seine Begleiter nach New York über. Noch im selben Jahr erwarb Hecker ein Farmanwesen in Summerfield bei Belleville (Illinois), wo eine kleine Siedlung deutscher Emigranten lebte. Er betrieb dort auch Weinbau. Hecker, dessen Vater einen Weinberg besaß, hatte in den USA Zugang zu wild wachsenden Reben, die eine weitgehende Resistenz gegen die Reblaus entwickelt hatten. Mit Adolph Blankenhorn trat er in regen Briefkontakt, um die Qualität des deutschen Weins zu verbessern.

 

Deutsche Revolutionsimmigranten wie Hecker wurden in den USA „Fourty-Eighters“ genannt. Wie viele von ihnen setzte auch Hecker sich ab 1856 in der Republikanischen Partei von Illinois für die Abschaffung der Sklaverei und die Wahl Abraham Lincolns zum Präsidenten ein. Er war sogar Wahlmann für den Staat Illinois, zusammen mit Lincoln. Mehrmals kämpfte Hecker zwischen 1861 und 1864 im Sezessionskrieg. Gemeinsam mit seinem Sohn meldete er sich freiwillig und warb selbst ein Regiment von Freiwilligen aus deutschen Auswanderern. Hecker wurde im Mai 1863 in der Schlacht bei Chancellorsville verwundet.

 

Am 14. April 1868 bekam Hecker durch das Humbold Medical College die Ehrendoktorwürde verliehen. Die deutsche Einigung´von 1871 begrüßte Hecker. Allerdings verurteilte er die preußische Hegemonie und später die bonapartistisch-polizeistaatlichen Methoden Bismarcks.

 

Friedrich Hecker starb 1881 im Alter von 69 Jahren auf seiner Farm in Illinois. Sein Grabstein der United States Army auf dem Friedhof der Gemeinde Summerfield trägt die Aufschrift „Col. Frederic Hecker 82nd Ill. Inf.“ (Hecker befehligte während des Bürgerkrieges das 82. Infanterieregiment des Staates Illinois). Bei seinem Begräbnis sollen rund 1.000 Menschen anwesend gewesen sein.

 

Hecker blieb auch nach seiner Emigration eine der bedeutendsten Idolfiguren der deutschen Republikaner und Demokraten, insbesondere in Südwestdeutschland. „Heckerhut“ und „Heckerlied“ waren vielfach verbreitet.  Unter anderem in Heidelberg, Freiburg im Breisgau, Waldshut-Tiengen, Schwetzingen und Karlsruhe Knielingen sind Straßen nach Hecker benannt.